Empathie und Intuition sind Persönlichkeitseigenschaften. Sie sind messbar, entwickelbar und entscheidend für Performance in der Führung und somit für den Unternehmenserfolg.
Stellen Sie sich vor, Sie verlieren in diesem Jahr drei Ihrer besten Mitarbeitenden. Nicht wegen des Gehalts. Nicht wegen der Aufgabe, sondern weil sie sich nicht gehört und gesehen gefühlt haben. Das ist kein Einzelfall. Es ist ein Systemproblem und sehr oft auffehlendes Empathie-Bewusstsein in der Führung zurückzuführen.
Intuition und Empathie gelten in vielen Unternehmen noch immer als «nice to have». Als Charaktereigenschaft, die man entweder hat oder eben nicht. Und vor allem: als etwas, das man nicht messen kann. Alle drei Annahmen sind falsch. Und die Konsequenzen dieser Fehlannahme sind teurer, als die meisten Unternehmen ahnen.
Was die Daten sagen
Die Zahlen sind eindeutig. Wer sie kennt, wird das Thema Empathie nie wieder als “Nice-to-have” beurteilen.
76 % der Mitarbeitenden mit empathischen Führungskräften berichten von hohem Engagement, gegenüber nur 32 % ohne.
Catalyst Research: The Power of Empathy in Times of Crisis and Beyond (2021)
3,5 × wahrscheinlicher verlassen Top-Talente ihr Unternehmen, wenn sie interpersonale Führungsfähigkeiten als mangelhaft wahrnehmen.
DDI Global Leadership Forecast 2025
$ 438 Mrd. verliert die globale Wirtschaft jährlich durch mangelndes Mitarbeiterengagement, direkt beeinflussbar durch Führungsqualität.
Gallup State of the Global Workplace 2024
1/3 der CEOs wird von HR-Fachleuten nicht als empathisch wahrgenommen, mit sinkender Tendenz.
Korn Ferry Survey 2023
Für den deutschsprachigen Raum: Gallup schätzt die volkswirtschaftlichen Produktivitätsverluste durch mangelnde Mitarbeiterbindung in Deutschland auf 118 bis 151 Milliarden Euro jährlich. Schlechte Führung ist einer der Haupttreiber.
Quellen: Catalyst (2021), DDI Global Leadership Forecast 2025, Gallup State of the Global Workplace 2024, Korn Ferry (2023), Gallup Engagement Index Deutschland.
Warum Empathie kein Charakterthema, sondern eine Kernkompetenzist
Ein weitverbreiteter Denkfehler: «Empathie hat man, oder man hat sie nicht.» Diese Annahme ist wissenschaftlich widerlegt. Empathie und Intuition sind Fähigkeiten, die gemessen, entwickelt und gezielt eingesetzt werden können. Genau das macht die SKILLS-Analyse von Outvision sichtbar. Von den 16 wissenschaftlich definierten Eigenschaften des Kompetenzprofils ist Intuition & Empathie eine der am häufigsten unterschätzten und am seltensten gezielt geförderten.
Die Eigenschaft umfasst drei Kerndimensionen:
- Bauchgefühl, die Fähigkeit, Signale unter der Oberfläche wahrzunehmen
- Einfühlungsvermögen, das Verstehen von Emotionen und unausgesprochenen Bedürfnissen
- Verständnis für Menschen, die Fähigkeit, Perspektiven zu wechseln und soziale Dynamiken zu lesen
Vier Muster: Eine Entscheidung
In der SKILLS-Analyse wird jede Eigenschaft in zwei Dimensionen betrachtet: Entwicklung und Einsatz. Aus dem Zusammenspiel entstehen vier Muster:

Das Paradox der empathischen Führungslücke
Was die Swiss Leadership Skills Analysis von Outvision zeigt, basierend auf über 1'800 anonymisierten Persönlichkeitsprofilen von Führungskräften und Führungstalenten aus der Deutschschweiz: Eigenschaften wie Intuition & Empathie, Mut, Lösungsorientierung und Eigenständigkeit sind deutlich weniger ausgeprägt, als das Selbstbild der betroffenen Führungspersönlichkeiten vermuten lässt.
Die durchschnittliche Führungsentwicklung liegt bei 6,6 von 10, auch bei Personen, die bereits in Leitungsfunktionen tätig sind.
Das bedeutet: Viele Führungspersönlichkeiten glauben, empathisch zu führen. Die Daten sagen etwas anderes.
Diese Diskrepanz zwischen Selbstbild und gemessenem Profil ist nicht bösartig, sie ist menschlich. Aber sie ist teuer. Denn wer nicht weiss, wo seine Schwächen liegen, kann sie auch nicht adressieren.
Was das konkret kostet
Führungslücken bei Empathie und Intuition schlagen sich auf drei Ebenen nieder:
Mitarbeiterfluktuation: Kosten pro Abgang: 100–150 % des Jahresgehalts (National Business Research Institute). Bei einer Führungskraft mit mangelnder Empathie und einem Team von 8 Personen: statistisch 1–2 Abgänge pro Jahr.
Engagement & Produktivität: Teams mit weniger empathischen Führungskräften haben bis zu 44 % tiefere Engagementwerte (Catalyst 2021). Disengagement kostet in Fehlern, verlangsamten Entscheidungen und reduzierter Eigeninitiative.
Innovationskraft: 13 % vs. 61 % Innovationsbereitschaft, je nach Empathieniveau der Führungskraft. In einem Marktumfeld, das Agilität verlangt, ist das ein struktureller Wettbewerbsnachteil.
Was jetzt zu tun ist
Die gute Nachricht: Empathie und Intuition sind messbar. Und wer sie misst, kann sie entwickeln.
- 01 Anforderungsprofile prüfen: Steht Intuition & Empathie drin und wie wird sie wirklich erhoben?
- 02 Führungskräfteprofiling: Wo auf der Stärke/Potenzial/Gefahr/Schwäche-Matrix liegen Ihre Schlüsselpersonen?
- 03 Entwicklungsprogramme ausrichten: Gezielte Förderung von Empathie als Führungskompetenz nicht als Charakterschule.
- 04 Teamprofil analysieren: Wer liest emotionale Signale früh? Wer übersieht sie systematisch?
«Empathy is a skill that can be built.» Das ist kein Trost, es ist ein strategischer Auftrag.
Catalyst (2021): Empathic Leaders Drive Employee Engagement and Innovation
Wie sieht das Empathie-Profil ihrer Führungsteams aus?
Outvision misst Intuition & Empathie, gemeinsam mit 15 weiteren Eigenschaften, wissenschaftlich fundiert, objektiv.
Über Outvision: Seit 2008 begleiten wir mehr als 2'000 Führungskräfte in über 350 Unternehmen. People-Diagnostik: wissenschaftlich validie.


