Nicht jeder muss führen wollen.

Leadership

August 18, 2026

12 min

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Ein kurzer Satz mit grosser Sprengkraft. Denn die meisten Karrieresysteme in Unternehmen tun so,
als wäre das Gegenteil eine Selbstverständlichkeit.

Jemand arbeitet überragend. Verlässlich. Eigenverantwortlich. Die Person liefert. Immer, ohne Aufwand, ohne Drama. Also wird sie Teamleiter*in. Und von diesem Moment an ändert sich alles. Die Person ist nicht mehr dort, wo sie stark ist. Ihre Teamkolleg*innen verlieren eine Fachkraft. Das Team verliert eine Führungspersönlichkeit, die keine werden wollte. Das Unternehmen verliert auf beiden Seiten. Fachliche Exzellenz und Führungseignung sind nicht dieselbe Eigenschaft.
Wir behandeln sie trotzdem so. Jeden Tag.

Das hat einen Namen und es ist wissenschaftlich belegt

Laurence J. Peter nannte es 1969 das Prinzip der Inkompetenz: In einer Hierarchie steigt jede*r so lange auf, bis die Person ihr Inkompetenzlevel erreicht hat. Was damals wie ein zynischer Witz klang, ist inzwischen empirisch dokumentiert.

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analysierte Persönlichkeitsprofile in 214 Unternehmen.
Benson, Li und Shue (NBER) zeigen: Firmen befördern systematisch die leistungsstärksten Fachkräfte, obwohl diese die schlechteren Führungspersönlichkeiten werden. Das Prinzip wirkt.​
Benson, Li, Shue: «Promotions and the Peter Principle», NBER Working Paper / Quarterly Journal of Economics.

Was besonders schmerzt: Der Verlust ist doppelt. Die fachliche Lücke, die entsteht, wenn jemand aus der Fachrolle herausbefördert wird. Und die Führungslücke, weil jemand eine Rolle übernimmt, für die er oder sie weder Neigung noch Talent mitbringt.

Gallup hat das beziffert: 82 % der heutigen Führungskräfte fehlt das natürliche Talent für ihre Führungsrolle. 65 % wurden aufgrund von Fachleistung oder Betriebszugehörigkeit befördert, nicht aufgrund von Führungseignung.

Drei Denkmuster, die Schaden anrichten

Die meisten dieser Situationen entstehen nicht aus Böswilligkeit. Sie entstehen aus fest verankerten Denkmustern, die sich selten jemand laut ausspricht, die aber die Kultur prägen.


Drei Eigenschaften. Drei verschiedene Karrierewege.

Die SKILLS-Analyse von Outvision misst 16 wissenschaftlich definierte Eigenschaften, in zwei Dimensionen: Entwicklung und Einsatz. Für die Frage «Führung ja oder nein?» sind drei besonders aufschlussreich.

01 Führungswille

Entscheidungsfreude, Durchsetzungsstärke, Motivation anderer, die aktive Bereitschaft, Verantwortung für Menschen zu übernehmen, auch wenn es unbequem wird.Ohne diesen Willen entsteht in Führungsrollen keine Wirkung. Mit ihm: Alles ist möglich.

02 Eigenständigkeit

Selbstsicherheit, Überzeugungskraft, innere Klarheit, die Fähigkeit, aus eigenem Antrieb zu denken und zu handeln, ohne ein Team zu benötigen, um wirksam zu sein.Eigenständigkeit
ohne Führungswille ist kein Defizit. Sie ist die Grundlage jeder exzellenten Fachkarriere.

03 Ausführungsstärke

Verlässlichkeit, Umsetzungskraft, Hilfsbereitschaft, das Rückgrat jeder Rolle, ob mit oder ohne Personalverantwortung.Menschen mit hoher Ausführungsstärke halten Organisationen am Laufen. Sie verdienen gleichwertigen Status,  unabhängig vom Karrierepfad.

Die Unterscheidung, die in der Praxis fehlt

Eine Person mit hohem Führungswillen braucht Führung, sonst verliert sie die Motivation. Eine Person mit hoher Eigenständigkeit und hoher Ausführungsstärke braucht keine Hierarchie, sonst verliert sie ebenfalls die Motivation. Beide Profile sind wertvoll. Beide brauchen einen Pfad, der zu ihnen passt.

Was ein Karrieresystem braucht, das wirklich funktioniert

McKinsey-Daten zeigen: Unternehmen mit klar definierten und gleichwertigen Karrierepfaden erzielen 29 % höhere Mitarbeiterzufriedenheit und 23 % tiefere Fluktuation. Das Schlüsselwort ist gleichwertig.

Gleichwertig heisst: gleicher Status, gleiche Entlöhnung, gleiche Sichtbarkeit. Kein «Trostpflaster für die, die nicht führen wollen». Sondern ein bewusster strategischer Entscheid. Unternehmen, die Führung nach tatsächlichem Führungstalent besetzen, erzielen 48 % höhere Profitabilität.— Gallup: State of the American Manager

Konkret bedeutet das vier Dinge

  • Führungsrollen mit Anforderungsprofilen besetzen, die Führungswillen explizit messen, nicht als nette Zusatzeigenschaft, sondern als Ausschlusskriterium.
  • Karrieregespräche strukturieren, die drei Pfade gleichwertig anbieten, ohne impliziten Druck Richtung Hierarchie.
  • Fachkarrieren sichtbar machen: Wer ist die Spezialistin des Hauses? Wer ist der Experte ohne Führungsmandat, dem alle zuhören? Diese Menschen brauchen Plattform.
  • Profile messen statt vermuten: Führungswille, Eigenständigkeit und Ausführungsstärke sind messbar – mit der SKILLS-Analyse von Outvision in rund 30 Minuten.

Die eigentliche Frage

Nicht: Warum will diese Person nicht führen? Sondern: Haben wir ihr überhaupt einen anderen Weg angeboten, der wirklich gleichwertig ist? 

Oder will sie sich zur Führungskraft entwickeln und braucht klare Ziele, die Möglichkeit, sich selbst zur Führungskraft zu entwickeln durch Selbstreflexion, Input und Training? Outvision misst alle 16 SKILLS-Eigenschaften und macht damit sichtbar, welcher Pfad zu wem passt, welches Potenzial vorhanden ist und zeigt die Entwicklungsfelder auf. Nicht als Urteil. Als Grundlage für Entscheide, die Bestand haben.

Outvision geht tiefer – weil wir den Menschen in den Mittelpunkt stellen.

Wollen Sie auch in Zukunft die richtigen Führungskräfte an den entscheidenden Positionen haben?